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Die Eiche - der Königsbaum

Wenn ich über die wichtigen Bäume für uns Männer nachdenke, fällt mir als erstes die Eiche ein. Schauen wir uns gemeinsam an, was die Eiche so ausmacht und wie wir da Unterstützung holen können.

Freistehende Eiche auf einem HügelDie Eiche ist der Königsbaum. Sie steht gerne frei, um einen beherrschenden Wuchs ausbilden zu können. Wenn das der Fall ist, hat sie deutlich ausladende Äste und bildet eine riesige Krone. Die Eiche wurzelt tief und strebt kraftvoll nach oben. Sie kann bis zu 50 Meter hoch und bis zu 1.000 Jahre alt werden. Überall in unseren Breiten gibt es uralte Eichen, die von Touristen bestaunt werden. Sie zeigen uns Männern, dass wenn wir unsere Eigenart kraftvoll ausbilden, dass dies auch bemerkt und geschätzt wird.

Eichen agieren strategisch und bilden nur alle paar Jahre (in den sogenannten „Mastjahren“) ihre Früchte, sodass trotz Mäusen und Eichhörnchen genügend Eicheln übrigbleiben, die keimen und zu Bäumen wachsen können. Wenn sie von Raupen befallen werden, verzögern sie im darauffolgenden Jahr den Blattaustrieb, um ihre Blätter zu retten. Waldbrände überstehen sie durch den Aufbau ihrer Borke meist ganz gut. Da können wir uns abschauen, das es besser ist, klug und überlegt, nicht hitzköpfig und vorschnell zu agieren.

Der Eichentisch von König ArtusDas Holz der Eichen ist hart und ein hervorragendes Möbelholz. Ein Esstisch aus Eiche ist ein Statement. Der ist dann nicht zum Übersiedeln gedacht, sondern der bleibt meist, wo er ist und dominiert dann auch den Raum. Selbst der runde Tisch von König Artus ist der Legende nach aus einer einzigen Eiche geschnitten worden. Ein Eichenparkett ist ein Boden, den man extrem lange hat. Nicht zuletzt ist die Eiche auch ein sehr beliebtes Brennholz, das lang die Glut hält. Der Eichenblock diente früher im Ofen oft zum Glut und Wärme halten über Nacht. An Männern, die wie die Eiche innere Festigkeit und Stabilität ausbilden, kommt man in ihrem Einflussbereich nicht vorbei.

Die alten Griechen weihten die Eiche dem Zeus, dem Göttervater, der den Olymp regiert. Die Kelten und Indogermanen hielten ihre Ratsversammlungen unter dem „Thingbaum“, einer Eiche ab, die Galater saßen im Ältenstenrat im Eichenhain zusammen. Unter den Eichen wurde Recht gesprochen, und die stolzen Bäume sorgten der Legende nach dafür, dass die Urteile im Sinn des großen Ganzen gesprochen wurden. Die englischen Könige schließlich pflanzen schon lange einer Tradition folgend nach ihrer Krönung eine Eiche. 

Kelten bei einem Thing im EichenhainFür die Kelten war die Eiche der Baum schlechthin. Ihre Schamanen, die Druiden (wörtlich übersetzt der „Weise der Eiche“) schnitten die Misteln – so behaupten manche Historiker - mit goldenen Sicheln von den Eichen für ihre magischen Rituale. Der Weltenbaum der Schamanen war bei den alten Europäern ebenfalls oft die Eiche.

Als Mann haben wir jeder unser Königreich, sei es auch noch so überschaubar. Qualität geht einmal mehr vor Quantität. Wer im eigenen Einflussbereich die Dinge gut im Überblick behält und zusieht, dass alles im Inneren in Ordnung ist, jedoch auch fürs große Ganze ein wertvoller Beitrag ist, wird ein freudvolles Leben haben.

Wir Männer können uns Treue, Festigkeit, Kampfesmut, Gerechtigkeitssinn und Willensstärke von der Eiche holen. Die Eiche kann man aufsuchen, wenn man die Kontrolle über sein Leben, die Königswürde in seinem Königreich verloren hat, oder gar erst diese erringen möchte. Der Schatten einer Eiche ist auch für innere Zwiesprache ein guter Ort, genauso als würde man sich – wie die alten Kelten – Rat von einem weisen alten König holen.

Ein König auf seinem ThronWer da Bedarf hat, kann sich schlicht eine möglichst alte Eiche suchen, sich darunter setzen und an den Stamm anlehnen. Du kannst die Frage oder Problemstellung klar formulieren und dann einfach die Frage und alles andere loslassen. Wenn du möchtest, schließ die Augen, überlasse dich einfach der Ausstrahlung dieses mächtigen Baumes, und nimm eine empfangende Haltung ein.

Dann können entweder hilfreiche Gedanken kommen, oder aber – wenn es sich um Sorgen oder andere quälende Gedanken handelt – nicht so hilfreiche. Diese kann man wie Wolken durchziehen lassen, und meist hört das bunte Treiben nach zehn bis fünfzehn Minuten auf und du bekommst Kontakt mit dem Hier und Jetzt, wo natürlich dann auch die Eiche mit ihrer Ausstrahlung wirken kann.

Mann beim Meditieren unter einer EicheIm Hier und Jetzt sind wir rasch in einer Art Meditation. Dann sind es oft nicht so die hilfreichen Gedanken, die dich optimistischer in die Zukunft blicken lassen, sondern ein inneres Gefühl der Stärke, der Zuversicht und Gewissheit, dass alles in Ordnung ist, das sich langsam im (Energie-)Körper festsetzt. Wir sind wieder der Herr in unserem Reich und haben mit einem Mal das Gefühl, dass wir nur etwas aufräumen (lassen) müssen, um den Frieden in und um uns wieder herzustellen. 

Also such dir eine Eiche in der Nähe deines Wohnortes und denk das nächste Mal daran sie aufzusuchen, wenn du das Gefühl hast, du würdest gerne wieder etwas mehr „Grip“ auf dein Leben haben. Alles Gute dafür!